Gott spricht: Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.“ Ezechiel 37,27

 

Wo wohnt Gott? Diese Frage beschäftigt nicht nur die Kinder. Ganz schnell sind wir dabei, den Himmel als Wohnort Gottes zu benennen, nur ist damit das Problem noch nicht so recht gelöst. Denn wo befindet sich der Himmel? Als der russische Kosmonaut Juri Gagarin, der als erster Mensch ins Weltall geflogen war, wieder zur Erde zurückkehrte, musste er auf Anweisung der Staatsführung sagen, er habe Gott dort oben nicht gesehen. Übrigens … Ein paar Wochen später flog der erste Amerikaner ins All. Und als der aus der Weltraumsicht die Erde erblickte, meinte er: „Jetzt weiß ich, dass es Gott gibt.“ Es kommt wohl doch auf die Perspektive an, um den rechten Durchblick zu haben.

Schon im Alten Testament kündigt Gott an, seinem Volk Israel ganz nahe zu sein. Stand bisher die Erkenntnis im Mittelpunkt, dass Gott in seiner Heiligkeit in Distanz zu seinem Volk war, kündigt er nun an, dass unter dem König David eine Zeit anbricht, wo Gott seinem Volk ganz nahekommt. Er vergibt ihre Schuld und erweckt seine Kinder, die in dieser Distanz zu ihm geistlich abgestorben waren und einem Feld voller Totengebeine glichen, wieder zu neuem Leben. Und dann verspricht er ihnen, dass er mitten unter ihnen in seinem Heiligtum wohnen wird. Er kündigt durch den Propheten Ezechiel diese neue Zeit an. Später, als dann unter Davids Sohn Salomo der Tempel gebaut wurde, gab es großen Jubel, dass Gott seine Verheißung einlöste. Und doch brauchte es immer wieder einen Priester als Mittler, um mit Gott in Beziehung treten zu können. Aber Gott hatte für sich bereits einen weiteren „Wohnort“ im Auge. Als er dann viele hundert Jahre später seinen Sohn Jesus auf die Erde schickte, bereitete er sich diesen Wohnort zu. Jesus veränderte die Herzen von Menschen durch seine Liebe und Vergebung. So wurden sie fortan zur Wohnung für den heiligen Gott. Allerdings gilt es, Jesus durch unser Lebensgebäude gehen zu lassen, sein „Großreinemachen“ dankbar anzunehmen, ihn willkommen zu heißen und Herr sein zu lassen.

Ein Rabbi war zu Gast bei gelehrten Männern. Er überraschte sie mit der Frage: "Wo wohnt Gott?" Sie lachten über ihn: "Was redet Ihr? Ist doch die Welt voll seiner Herrlichkeit voll!" Er aber beantwortete seine eigene Frage: "Gott wohnt, wo man ihn einlässt."

Seien wir ermutigt, Gott unsere Tür zu öffnen, damit er unter uns und in uns wohnen kann. Dann hören wir ganz persönlich auch seinen liebevollen Zuspruch: Du bist mein und ich bin dein. Dann steht auch der Himmel offen, der dort beginnt, wo ich mit Gott in immerwährender Gemeinschaft bin. Das sind wunderbare Perspektiven.

Herzlich grüßt Sie Ihr Pastor Thomas Scheffler