Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht.

An ihm darfst du keine Arbeit tun: du und dein Sohn und deine Tochter und dein Sklave und deine Sklavin und dein Rind und dein Esel und dein ganzes Vieh und dein Fremder in deinen Toren. Dtn 5,14

 

Wieder einmal stehen wir am Anfang eines neuen Jahres.Wir fragen uns, was es bringen wird und was für uns in den kommenden zwölf Monaten wichtig ist. So mancher mag auch gute Vorsätze gefasst haben, wie den, sich für das wirklich Wichtige Zeit zu nehmen. Hier hinein trifft nun der Monatsspruch, der dem Volk Gottes einen Ruhetag verordnet. Gott selbst hat diesen Lebensrhythmus vorgegeben und gelebt, als er bei seiner Schöpfung ebenfalls am siebten Tag ruhte. Und wenn Gott das schon nötig hatte, wie viel mehr wir... Wir brauchen diese heilsame Unterbrechung unseres Lebens, um bei Gott zur Ruhe zu kommen, um aufzutanken und die Orientierung wiederzugewinnen.
Im Zuge der Entchristianisierungs-bewegungen in der Ersten Französischen Republik (1793/94) schaffte man den Rhythmus von 6 Tagen Arbeit und einem Tag Ruhe ab und ersetzte ihn durch die Dekade.
Ziemlich bald aber musste man feststellen, dass der Mensch nicht dafür geschaffen war und dieses System nicht funktionierte. Das zeigt, dass es immer besser ist, den „Hersteller“, sprich den Schöpfer, zu fragen, wenn es um den Umgang mit dem Geschaffenen geht. Und Gott verordnet uns Ruhepausen, in denen wir uns regenerieren und auf ihn konzentrieren können. Kurzfristig scheint uns diese Unterbrechung der Arbeit vielleicht als Verlust, langfristig erhält sie unsere seelische und körperliche Gesundheit und unsere geistliche Frische. Vielleicht kennen wir die Geschichte von dem Stadtmenschen, der auf das Land fährt und dort einen Bauern beim Mähen der Wiese beobachtet.
Von Zeit zu Zeit unterbricht dieser Bauer seine Arbeit, stellt seine Sense mit dem Blatt nach oben und beginnt die Sense zu schärfen. Am Abend sitzt er eine Stunde über das Sensenblatt gebeugt und dengelt es.
Der Besucher empfindet dieses Dengeln und Schärfen als großen Zeitverlust und meint, dass man in dieser Zeit doch hätte eine halbe Wiese mähen können. Viele von uns wissen dagegen, dass eine gut gedengelte und geschärfte Sense die Arbeit doppelt so schnell und viel kraftsparender dazu von der Hand gehen lässt. Deshalb: Geben wir Gott Raum und Zeit, uns zu „dengeln“ und zu „schärfen“. Dazu dürfen und sollen wir Ruhepausen einlegen.
Gerade am Beginn eines Jahres wollen wir uns so auf das besinnen, was uns das Leben ermöglicht. Der richtige Rhythmus von Anspannung und Entspannung ist entscheidend.
Das wichtigste in der Musik sind die Pausen, so sagen es Musiker.
Es ist gut, Gottes lebensfördernde Ordnungen im neuen Jahr zu beachten, damit es ein Jahr des Herrn wird. Gott will unser Leben - deswegen, mach mal Pause bei ihm.

Gottes Segen und Geleit im Jahr 2018 wünscht Ihr/ Euer Pastor Thomas Scheffler

Es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust. Dtn 30,14

 

Du hast die Wahl, so gibt Gott seinem Volk an der Schwelle zum gelobten Land zu verstehen. Die Wahl zwischen Glück und Erfüllung, Leben mit Zukunft und Hoffnung einerseits - eben Segen in seinem vollsten Sinn - oder Fluch andererseits, mit allen seinen dunklen Schattierungen. Alles entscheidet sich an der Reaktion des Volkes Israel auf das Wort und Gebot, das der lebendige Gott zu ihnen gesprochen hatte. Dieses Wort war ihnen ganz nahe gekommen und ihnen schon am Sinai unter die Haut gegangen. Und doch ist da ein Unterschied, den auch wir kennen, zwischen einem Angerührtsein in einer besonderen Stunde einerseits und dem Umsetzen ins Leben andererseits. Mitunter bleiben manche Worte Gottes, die uns ganz nahe kommen nur „Manna“ für unser Gehirn aber sie werden nicht zur Richtschnur unseres Handelns. Das Wort will „getan“ werden. Der Volksmund sagt: Es gibt nichts Gutes außer man tut es.

 

Ich erinnere mich an eine liebe Nachbarsfrau, die von Zeit zu Zeit angerührt war, von den christlichen Liedern, die sie von den Christen in der Nachbarschaft hörte. In ihrer Kinderzeit hatte sie diese selbst gesungen, war aber dann Stück für Stück vom Glauben weggekommen. Regelmäßig war sie jedoch gerührt, wenn die Nachbarsfamilie ihre christlichen Lieder sang und sie diese durch die dünnen Wände hören konnte. Allerdings führte diese Rührung in ihrem Herzen nicht zu einer Veränderung ihres Lebens und so blieb alles beim Alten. Sie blieb in ihren Nöten und Problemen und ihrem alten Leben stecken.

 

Wo immer aber Gottes Wort getan wird, entfaltet es seine Kraft und unser Leben wird verändert. Mitunter beklagen wir allerdings, dass es so viele Worte der Bibel gibt, die wir nicht oder nicht richtig verstehen. Dann dürfen wir mit dem beginnen, was wir verstehen und zunächst dies umsetzen, um dann zu erfahren, dass Gott uns auch in der Erkenntnis den nächsten Schritt führt.

 

Mark Twain hat einmal gesagt: „Die meisten Menschen haben Schwierigkeiten mit den Bibelstellen, die sie nicht verstehen. Ich für meinen Teil muss zugeben, dass mich gerade diejenigen Bibelstellen beunruhigen, die ich verstehe." Möge es eine verändernde und zum Tun führende Unruhe sein. Jesus Christus selbst, der das fleischgewordene Wort vom Vater ist, wird uns bei diesem Tun ganz nahe sein. Er ist nicht nur unsere Norm und unser Vorbild sondern auch unsere Kraftquelle. Jesus als das Wort Gottes kommt uns ganz nahe, er wirkt in uns, so dass unser Tun gelingt. Diese Erfahrung wünsche ich Ihnen immer wieder.

 

Ihr Pastor Thomas Scheffler