Es wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut. Lk 15,10


Vor ein paar Jahren konnte man folgende Meldung in der Zeitung lesen: Angler findet verlorenes Gebiss wieder. Auf einer Hochseeangeltour war einem Angler infolge des hohen Seegangs schlecht geworden.
Er musste sich übergeben. Allerdings ging dabei sein Gebiss mit über Bord und fiel in die schäumende See.
Auf nimmer Wiedersehen verloren, so trauerte er seinen Zähnen hinterher.
Kurze Zeit später zappelte ein recht großer Kabeljau an seiner Angel.
Als er ihn ins Boot gezogen hatte und ihn ausnahm, hielt der Angler den Atem an, denn ein Gebiss kam im Magen des Fisches zum Vorschein.
Die Freude war groß, es war seines, denn es passte ihm vorzüglich ...

Wenn etwas scheinbar Unwiederbringliches wiedergefunden wird, dann löst das große Freude aus. Jesus erzählt dazu das Beispiel einer Frau, die einen verlorenen Silbergroschen wiederfindet und die dann alle ihre Freundinnen und Nachbarinnen übersprudelnd vor Freude informiert. Wenn wir uns schon so freuen können, wenn verlorene Dinge wieder auftauchen, wie viel mehr wird sich Gott darüber freuen, wenn verlorene Menschen wiedergefunden werden. Was dabei „verloren“ bedeutet, beschreibt der Evangelist U. Parzany einmal so: „Verloren ist das, was nicht dort ist, wo es hingehört.“ Wir Menschen sind von Gott zur Gemeinschaft mit ihm geschaffen. Und wo immer wir losgelöst von Gott leben und aus der Gemeinschaft mit ihm herausfallen, benennt die Bibel diesen Zustand als „verloren“. Dabei ist es dann nicht entscheidend, ob wir mehr oder weniger moralisch gut leben. Christsein besteht eben nicht zuerst in Moral sondern in einer lebendigen Beziehung zum ewigen Gott. Diese Beziehung wird möglich, indem wir das Opfer Christi für uns in Anspruch nehmen, unsere Schuld vor Gott und wenn nötig vor Menschen bekennen, Vergebung erfahren und dann täglich im Hören auf ihn und im Reden mit ihm leben. Buße meint dabei nicht, dass wir zu büßen hätten. Vielmehr gilt es glaubend, staunend und anbetend anzunehmen, dass Christus für uns gebüßt hat. Der Preis ist bezahlt und die Strafe für unsere Schuld liegt auf ihm. Wenn das kein Grund zur Freude ist. So ist Buße für uns tatsächlich eine wunderbar entlastende und fröhliche Angelegenheit. Wo immer Menschen auf dieser Erde umkehren und sich nach Hause zu Gott lieben lassen und in der täglichen Beziehung zu ihm leben, löst das außerdem in den „oberen“ Etagen Freude aus. Gottes himmlischer Hofstaat, seine Boten die Engel – sie feiern ein Fest. Und einmal werden alle, die sich von Jesus Christus haben finden lassen, mit an der Festtafel sitzen. Ungetrübte Freude wird aus ihren Augen strahlen.

In dieser freudigen Erwartung grüßt Sie herzlich
Ihr Pastor Thomas Scheffler