Es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust. Dtn 30,14

 

Du hast die Wahl, so gibt Gott seinem Volk an der Schwelle zum gelobten Land zu verstehen. Die Wahl zwischen Glück und Erfüllung, Leben mit Zukunft und Hoffnung einerseits - eben Segen in seinem vollsten Sinn - oder Fluch andererseits, mit allen seinen dunklen Schattierungen. Alles entscheidet sich an der Reaktion des Volkes Israel auf das Wort und Gebot, das der lebendige Gott zu ihnen gesprochen hatte. Dieses Wort war ihnen ganz nahe gekommen und ihnen schon am Sinai unter die Haut gegangen. Und doch ist da ein Unterschied, den auch wir kennen, zwischen einem Angerührtsein in einer besonderen Stunde einerseits und dem Umsetzen ins Leben andererseits. Mitunter bleiben manche Worte Gottes, die uns ganz nahe kommen nur „Manna“ für unser Gehirn aber sie werden nicht zur Richtschnur unseres Handelns. Das Wort will „getan“ werden. Der Volksmund sagt: Es gibt nichts Gutes außer man tut es.

 

Ich erinnere mich an eine liebe Nachbarsfrau, die von Zeit zu Zeit angerührt war, von den christlichen Liedern, die sie von den Christen in der Nachbarschaft hörte. In ihrer Kinderzeit hatte sie diese selbst gesungen, war aber dann Stück für Stück vom Glauben weggekommen. Regelmäßig war sie jedoch gerührt, wenn die Nachbarsfamilie ihre christlichen Lieder sang und sie diese durch die dünnen Wände hören konnte. Allerdings führte diese Rührung in ihrem Herzen nicht zu einer Veränderung ihres Lebens und so blieb alles beim Alten. Sie blieb in ihren Nöten und Problemen und ihrem alten Leben stecken.

 

Wo immer aber Gottes Wort getan wird, entfaltet es seine Kraft und unser Leben wird verändert. Mitunter beklagen wir allerdings, dass es so viele Worte der Bibel gibt, die wir nicht oder nicht richtig verstehen. Dann dürfen wir mit dem beginnen, was wir verstehen und zunächst dies umsetzen, um dann zu erfahren, dass Gott uns auch in der Erkenntnis den nächsten Schritt führt.

 

Mark Twain hat einmal gesagt: „Die meisten Menschen haben Schwierigkeiten mit den Bibelstellen, die sie nicht verstehen. Ich für meinen Teil muss zugeben, dass mich gerade diejenigen Bibelstellen beunruhigen, die ich verstehe." Möge es eine verändernde und zum Tun führende Unruhe sein. Jesus Christus selbst, der das fleischgewordene Wort vom Vater ist, wird uns bei diesem Tun ganz nahe sein. Er ist nicht nur unsere Norm und unser Vorbild sondern auch unsere Kraftquelle. Jesus als das Wort Gottes kommt uns ganz nahe, er wirkt in uns, so dass unser Tun gelingt. Diese Erfahrung wünsche ich Ihnen immer wieder.

 

Ihr Pastor Thomas Scheffler