Junger Wein gehört in neue Schläuche. Mk 2,22

Ein neues Jahr liegt noch unberührt vor uns.

Was wird es uns alles bescheren? Wird es Neues bringen

oder nur das Altbekannte in einem veränderten Gewand?

Unser Monatsspruch stammt aus einer Diskussion, die Jesus mit den Pharisäern führt, die ihm vorwerfen, dass seine Jünger im Gegensatz zu denen des Johannes nicht fasten. Was steckt dahinter?

Damals wurden Weinschläuche aus Leder gefertigt. Diese verloren mit der Zeit ihre Elastizität. Für schon gereiften Wein taugten sie allerdings noch gut als Aufbewahrungsbehältnis. Neuer gärender Wein jedoch ließ sie zerbersten.

Was ist nun der junge bzw. neue Wein, der nicht in alte Schläuche gehört?

Jesus macht klar, dass der Glaube an ihn selbst und die Jesus-Nachfolge seiner Jünger, seine Gegenwart in ihrem Leben, dieser neue Wein ist. Er passt nicht in die alten Schläuche, hier waren es die bekannten und gewohnten Fastenübungen. Neues Leben aus Jesus braucht auch neue Formen. Und außerdem gilt: Die Beziehung zu Jesus gilt es immer wieder neu zu leben und zu pflegen. Sie ist etwas Vitales! Ja, es gibt auch im Christentum gute und hilfreiche Gewohnheiten, Traditionen, Rituale und Strukturen, in denen sich unser Glaube ausdrückt. Aber sie sind eher die „Schläuche“.

Das Leben selbst können sie nicht schaffen. Sie können allerhöchstens den Rahmen bilden und dafür sorgen, dass unser Glaube nicht zerfließt. Immer wieder müssen wir deshalb die „Schläuche“ prüfen, ob sie noch dazu dienen, die lebendige Beziehung zu Jesus Christus zu fördern und zu vertiefen. Und so sind wir zum Beginn des neuen Jahres eingeladen, der Gemeinschaft mit Christus im Gebet, im Lesen seines Wortes, im Hören auf ihn usw. oberste Priorität einzuräumen und dann auch zu schauen, ob die Formen und Rituale unseres Alltags und unserer Kirchen und Gemeinden dazu förderlich sind, die Beziehung zu Jesus zu nähren.

Aus der lebendigen Glaubensbeziehung zu ihm entsteht neuer frischer Wein, immer wieder ermutigende und froh machende Glaubens-erfahrungen, die perlend anderen den „Mund wässrig“ machen.

Ein gesegnetes und behütetes Jahr wünscht

in diesem Sinn Ihr/Euer Thomas Scheffler