Dient einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes,

jeder mit der Gabe, die er empfangen hat! 1. Petrus 4,10

 

Eine Fabel erzählt folgendes: Die Tiere gründen eine Schule, in der alle Tiere alles lernen sollten. Da war die Ente, die gut schwimmen aber schlecht laufen konnte. Der Hase konnte gut rennen, aber nicht schwimmen. Das Eichhörnchen konnte sehr gut klettern, aber nicht fliegen. Aber nun sollten alle alles lernen. Das allerdings stellte sich schwieriger heraus als erwartet.

Bei dem Versuch, alles zu können, beschädigte die Ente ihre Füße nebst Schwimmhäuten. Der Hase zog sich Zerrungen und Verrenkungen beim Versuch, zu schwimmen zu und das Eichhörnchen stürzte dauernd auf den Boden und verletzte sich, wenn es versuchte, zu fliegen anstatt von Ast zu Ast zu springen...

Wenn alle alles tun, dann gibt es Über- und Unterforderungen, Zerrungen und Verrenkungen, Abstürze und Beschädigungen.

Damit wird klar: Wir haben unterschiedliche Gaben bekommen. Aber niemand ist leer ausgegangen, als Gott die Gaben verteilt hat. „Jeder“ ist ein Beschenkter. Hinaus also mit allen Gedanken und Gefühlen der Minderwertigkeit. Mitunter sagt mancher: „Ich kann doch gar nichts...“ und wir vergleichen uns mit den anderen, die scheinbar so viel mehr können und die viel besseren Gaben zu besitzen scheinen. Petrus aber gibt uns zu verstehen: Niemand ist unbeschenkt. Unsere Begabungen liegen auf unterschiedlichen Gebieten – aber keiner geht bei Gott leer aus. Es gilt, Gott zu danken für die Gabe, die er ganz speziell uns anvertraut hat und es gilt, sie auszuprobieren und einzusetzen, denn so entwickelt sie sich. Gute Ökonomen, dieses Wort steht hier im Griechischen für den Verwalter, arbeiten mit den Mitteln, die sie haben. Sie setzen sie ein. Sie dienen damit Gott und den Menschen.

Und sie bleiben selbst dabei nicht ungesegnet. Viele von uns durften schon die Erfahrung machen, dass der Segen zu uns zurückgeflossen ist, wo wir unsere Begabung eingesetzt haben, um anderen Menschen zu dienen. An vielen Stellen erleben wir das auch hier in unserem Haus. Ein herzliches Danke, für den Einsatz der vielfältigen Gaben gerade in den letzten herausfordernden Wochen. Die Gnade Gottes wird bunt und schön, wenn wir die Geschenke der Gnade nicht nur für uns behalten, sondern damit anderen Gutes tun. Und Achtung: Dabei gibt es nicht wichtige und unwichtige Gaben, große oder kleine. Jede Gabe ist wichtig – auch die scheinbar kleinste. Zu Gottes Lob und zum Bau seines Reiches.

Herzlich grüßt Ihr/Euer Thomas Scheffler