Gott ist treu. 1. Kor. 5,9

Drei kurze Worte, die einen noch kürzeren Satz bilden, stehen wie Felsen in der Brandung der Zeit. Mancher schaut zu Jahresbeginn ängstlich in die Zukunft, haben sich doch über unserer Welt mit ihren Herausforderungen im Zusammenleben der Gesellschaft und Völker, ihren Zuspitzungen im Zerfall der göttlichen Ordnungen und ihren Zerstörungen unserer Lebensgrundlagen düstere Wolken zusammen-gebraut. Vielleicht gibt auch die persönliche Lebenssituation mit ihren dunklen Wolken drohender Krankheit oder persönlicher Nöte zu Sorgengedanken Anlass. Was wird da alles auf uns zukommen?

Mir scheint der Monatsspruch für den ersten Monat des Jahres wie ein Leuchtfeuer zu sein, das in den wabernden Nebel der Ungewissheit hineinleuchtet. Es ist wohl wahr, dass niemand konkret sagen kann, was ihn im Einzelnen im Jahr 2020 erwartet. Jeder aber darf wissen, wer in diesem Jahr auf uns wartet: Der ewig treue Gott.

Treue ist ja heute ein wenig schillernder Begriff. Treue scheint im Gegensatz zu Begriffen wie Erfolg, Spaß und Erlebnis kaum gefragt zu sein. Treue füllt keine Schlagzeilen. Sie kommt im menschlichen Miteinander vielleicht sogar ein wenig altbacken und beschaulich daher. Dennoch wünschen sich viele Menschen nichts sehnlicher, als treue und verlässliche Beziehungen. Sich darauf verlassen zu können, dass der Andere sein Wort hält und zu seinen Versprechen steht, das ist immer noch erstrebenswert. Aber wir wissen auch, dass wir Menschen in unserer Zuverlässigkeit Grenzen haben und unsere Treue selbst bei besten Vorsätzen Risse bekommen kann.

Wie gut ist es da zu wissen, dass Gott uns unveränderlich treu bleibt. Selbst wenn wir in unserer Treue ihm gegenüber versagen, versagt er uns seine Treue nicht.

„Nichts ist so sicher, wie das Amen in der Kirche.“, sagt der Volksmund. Dabei hat das hebräische Wort für Zuverlässigkeit und Treue (emuna) eben genau diese Wurzel, die dann in unserem „Amen“ zum Tragen kommt. Bei aller Unsicherheit unserer Tage und aller Ungewissheit der vor uns liegenden Monate gilt: Nichts ist so sicher, wie Gottes Zuverlässigkeit und Treue! Gott hält Wort – auch in einer Welt der manchmal leeren Worte, wo viel heißer Wind gemacht wird. Gott wird auch im Jahr 2020 bis in Details hinein seine Zusagen erfüllen – vielleicht gehen nicht alle unsere Wünsche in Erfüllung, aber seine Verheißungen schon. So dürfen wir getrost ins neue Jahr gehen, denn Gott in seiner Treu ist schon drin!

Gottes Geleit für 2020 wünscht Ihnen/Euch Thomas Scheffler