Jubeln sollen die Bäume des Waldes vor dem HERRN,

denn er kommt die Erde zu richten. 1. Chronik 16,33

Man stelle sich das bildlich vor: Jubelnde und wild umher hüpfende Bäume im Wald, die Gott loben, weil er kommt. Ja, er kommt nicht nur, er kommt zum Gericht. Wenn schon das Bild mit den jubelnden Bäumen ungewöhnlich ist, der Grund zum Jubeln ist es nicht minder. Wer freut sich schon über das Gericht?

Was war geschehen, was den Anlass zu dieser Freude gab? Nun, David holte die Bundeslade nach Jerusalem, die über viele Jahre auf dem Land stand. Wie ein „Scheunenfund“ unserer Tage wird sie nach Jahren des Vergessens unter König Saul wiederentdeckt und als Zeichen der Gegenwart Gottes schließlich wieder unter Schwierigkeiten in die Stadt Gottes gebracht. Mit der Bundeslade aber zog der Herr selbst wieder in die Stadt ein. Das verursachte diese übersprudelnde Freude. David selbst tanzt vor der Lade her und ihm ist es dabei völlig egal, ob er sich damit vor seinem Volk unmöglich macht. Er ist so happy darüber, dass Gott wieder unter seinem Volk wohnt, dass ihm sein Ansehen bei den Leuten so ziemlich wurscht ist. Wenn Gott wieder unter seinem Volk wohnt, dann wird er auch Gerechtigkeit herstellen, das weiß David. Und tatsächlich kann er so auch dem Gericht eine ganz frohe Bedeutung abgewinnen: Gott richtet das Recht wieder auf, er richtet das Krumme und Verbogene in dieser Welt wieder gerade, er hebt die Niedrigen hoch und demütigt die Stolzen. Einige Jahre später wird eine junge Frau, Maria, ganz Ähnliches singen, als sie sich über die Ankunft des Retters Jesus Christus freut. Gott kommt in Jesus, um die Mächtigen vom Thron zu stoßen und die Niedrigen zu erheben. Er dreht die Machtverhältnisse um. Er macht das Krumme gerade und richtet den Willen Gottes wieder auf. Er wird aber dann auch alles Gericht Gottes über die Sünde dieser Welt auf sich ziehen. Und wer immer dies für sich glaubend annimmt, der wird erleben, dass der Richter zugleich der Retter ist. In Jesus zieht der lebendige Gott wieder in diese Welt ein. Er wohnt dort, wo man ihn einlässt. Nicht in einem Zelt oder einem Tempel aus Stein sondern in Herzen von Menschen, die sich ihm öffnen. Nicht selten kommen sie dann zum Jubeln und stocksteife Kerls beginnen beweglich zu werden, harte Herzen werden weich, denn der Herr ist zu uns gekommen und er wird einmal sichtbar für alle erscheinen.

Ihr/Euer Thomas Scheffler