Andacht zum Monatsspruch November

Gott spricht: Sie werden weinend kommen,

aber ich will sie trösten und leiten. Jer 31,9

Neblig und düster ist er oft, der November. Ein Monat der sich mit seinen grauen Tagen manchem aufs Gemüt legt und den wir schnell durchschreiten möchten, um in das Licht und die Heimeligkeit der Adventszeit einzutauchen. In diesem Monat nehmen wir besonders die Ewigkeit in den Blick und wir erinnern uns an Menschen, die unseren Lebensweg begleiteten. Das kann Wehmut hervorrufen.

Wie hilfreich ist es da, wenn Gott das Licht seiner Ewigkeitshoffnung und seiner liebevollen Gegenwart in unser Leben hineinfallen lässt und wir so getröstet werden. Die Juden in der babylonischen Verbannung, zu denen der Prophet Jeremia redet, erleben es ähnlich. Gott verheißt ihnen die Heimkehr in das Land der Verheißung. Er verspricht ihnen, dass er sie von den Enden der Erde sammeln werde, um ihnen ihre Heimat zurückzu-geben. Kurze Zeit später geschah durch ein wundersames Eingreifen Gottes und eine Verschiebung der politischen Machtverhältnisse, genau das, was Gott vorhergesagt hatte. Israel konnte zurückkehren.

Eine Sammlungsbewegung nahm ihren Anfang, so wie es dann mit der zionistischen Bewegung im späten 19. Jahrhundert noch einmal sehr eindrücklich geschah. Aus allen Ländern der Erde wanderten Juden, die oft tiefes Leid und schwere Verfolgung in ihren Herkunftsländern erdulden mussten, in das Land zwischen Jordan und Mittelmeer ein. Die grausamen Judenverfolgungen im Dritten Reich gaben der Sammlungsbewegung noch einmal einen neuen Schub, so dass 1948 der Staat Israel gegründet wurde. Beeindruckende Wunder des Schutzes, der Bewahrung und der Leitung Gottes erlebte der junge Staat Israel. Gott hatte ein zweites Mal seine Verheißung wahr gemacht und sein Volk aus der Zerstreuung nach Hause gebracht. Viele betraten weinend vor Schmerz über all das, was ihnen angetan worden war und gleichzeitig mit Freudentränen in den Augen das Land der Väter.

Die doppelte Erfüllung dieser Verheißung Gottes durch Jeremia darf uns ermutigen, auch für uns und unsere Situation Gott zu vertrauen. Auch uns wird der lebendige Gott, der Israel nach Hause gebracht hat, in unsere letzte ewige Heimat bringen. Und wenn die Novembertage uns mitunter bedrücken wollen, wenn Tränen der Trauer und der Erinnerung an geliebte Menschen fließen, dann steht Gottes Verheißung, dass er uns trösten will mit Ewigkeitshoffnung. Ja, es gibt eine „Heimat im himmlischen Licht“, die auf die wartet, die sich hier glaubend dem Heimatgeber Jesus Christus anvertrauen. So reißt der graue Novemberhimmel auf und ein Stück Himmel wird sichtbar.

Ihr/Euer Thomas Scheffler