Sara aber sagte: Gott ließ mich lachen. Gen 21,6

Im Jahr 1327 geschehen in einem Benediktinerkloster Italiens merkwürdige Morde. Alle zu Tode gekommenen hatten, so stellt sich nach und nach heraus, heimlich in einem verbotenen Buch gelesen, nämlich der verschollen ge-glaubten Schrift von Aristoteles über den göttlichen Ursprung des Lachens. Am Ende wird klar, dass einer der Mönche in diesem Werk eine solche Bedrohung des Glaubens sah, dass er die Seiten mit Gift präparierte. So erzählt es Umberto Ecco sehr spannend in seinem historischen Kriminalroman „Der Name der Rose“.

Immer wieder galt in der Geschichte des Christentums das Lachen, die Freude überhaupt, als etwas Anrüchiges, was die Ernsthaftigkeit der Christusnachfolge und die Gottesfurcht gefährde. Dabei begeg-net uns das Lachen schon ganz am Anfang der Bibel, wie in unserem Monatsspruch ersichtlich. Sara bezeugt, dass Gott selbst sie lachen ließ. Und tatsächlich hat sie Grund zum Lachen, denn sie erlebte ein Wunder. Als ihre biologische Uhr schon längst abgelau-fen war, hat Gott ihr noch ein Kind geschenkt, was er lange zuvor verheißen hatte. Viele Jahre waren ins Land gegangen, in denen sie bittere Tränen über ihre Kinderlosigkeit geweint hatte. Aber nun hatte Gott das Blatt gewendet und neben dem Kindergeschrei schallt nun ihr Lachen durch das Haus.

Wo immer auch heute der lebendige Gott in unseren Unmöglich-keiten seine Möglichkeiten aufzeigt und er machtvoll eingreift, haben auch wir Grund zur Freude und zum Lachen. Und Gott hat eingegriffen. In Christus hat er uns Vergebung und ewige Hoffnung geschenkt und er lässt uns auch in unserem Alltag immer wieder Zeichen seiner Macht, seiner Gegenwart und Liebe sehen. Deshalb haben auch wir Grund zum Lachen. „Wo der Glaube ist, da ist auch das Lachen.“, so sagt es die Theologin und Clownin Gisela Matthiae. Nein, das Leben bietet nicht nur Anlass zum Lachen. Vor Gott ist auch Platz für bittere Tränen. Aber am Ende in seiner himmlischen Herrlichkeit wird er uns dauerhaft und ewig Grund zum Lachen geben. Psalm 126,2 verheißt: „Dann wird unser Mund voll Lachens und unsere Zunge voll Rühmens sein.“ Ein klein wenig dürfen wir uns aber schon hier in dieses Lachen der Erlösten einüben.

Herzlichst Ihr/Euer Thomas Scheffler